Ein MCP-Server ist schnell erklärt – aber was passiert auf der anderen Seite der Verbindung? Der MCP-Client ist die Engine, die einem KI-Modell überhaupt erst ermöglicht, mit externen Tools und Datenquellen zu kommunizieren.
Inhalt
Was ist ein MCP-Client?
Der MCP-Client ist die Komponente innerhalb einer KI-Anwendung, die die Verbindung zu einem oder mehreren MCP-Servern herstellt und verwaltet. Während der MCP-Server die Funktionen und Daten bereitstellt, ist der Client die Vermittlungsschicht, die diese Ressourcen für das Sprachmodell zugänglich macht.
Technisch betrachtet ist der Client eine Softwarebibliothek oder Bibliothekskomponente, die:
- sich beim Server authentifiziert,
- dessen Fähigkeiten abfragt (Tools, Resources, Prompts),
- Funktionsaufrufe des KI-Modells weiterleitet und
- die Ergebnisse zurück ins KI-System spielt.
Client, Server, Host – die Architektur im Überblick
| Komponente | Rolle | Beispiele |
|---|---|---|
| MCP Host | Die KI-Anwendung, die alles orchestriert – enthält den/die Clients | Claude Desktop, Cursor, VS Code, eigener KI-Agent |
| MCP Client(s) | Vermittler zwischen Host und Servern – kann mehrere Server parallel ansprechen | Interne SDK-Komponente, meist nicht sichtbar für Endnutzer |
| MCP Server | Bietet Tools, Resources und Prompts für die KI | Filesystem-Server, Slack-Server, PostgreSQL-Server |
Wie kommuniziert der Client mit dem Server?
Die Kommunikation läuft über JSON-RPC 2.0. Der Ablauf einer typischen Sitzung:
- Initialisierung: Client und Server tauschen ihre Capabilities aus.
- Tool-Aufruf: Das KI-Modell entscheidet, dass ein Tool benötigt wird. Der Client serialisiert den Aufruf als JSON-RPC-Request und sendet ihn an den Server.
- Antwort: Der Server führt die Aktion aus und sendet das Ergebnis zurück.
- Resource-Abruf: Ähnlich für Resources – der Client fragt beim Server an und liefert die Daten ins KI-Kontextfenster.
Transportmechanismen: Stdio vs. Streamable HTTP
| Transport | Einsatz | Vorteile | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| Stdio | Lokale Prozesse auf demselben Rechner | Schnell, kein Netzwerk-Overhead | Desktop-Anwendungen, lokale Entwicklung |
| Streamable HTTP | Remote-Server über das Internet | Skalierbar, OAuth-fähig | Cloud-Deployments, Enterprise-Umgebungen |
Welche KI-Anwendungen haben MCP-Client-Support?
Claude Desktop (Anthropic)
Der offizielle Desktop-Client von Anthropic kommt mit MCP-Support out-of-the-box. In der Konfigurationsdatei lassen sich beliebige MCP-Server eintragen.
Cursor
Der KI-Code-Editor Cursor hat MCP früh integriert. Entwickler können eigene Server über die Cursor-Config hinzufügen.
Visual Studio Code + Erweiterungen
VS Code selbst hat keinen nativen MCP-Support, aber Erweiterungen wie MCPJam bringen die Funktionalität in die IDE.
OpenAI ChatGPT
Auch ChatGPT unterstützt MCP über das OpenAI Agents SDK.
Archestra
Die Archestra KI-Agenten-Plattform integriert MCP als zentrales Protokoll für die Anbindung von Tools und Datenquellen.
Client-Konfiguration: Ein praktisches Beispiel
In der Datei claude_desktop_config.json trägt man die MCP-Server ein:
{
"mcpServers": {
"filesystem": {
"command": "npx",
"args": ["-y", "@modelcontextprotocol/server-filesystem", "/Users/namen/Projekte"]
},
"postgres": {
"command": "npx",
"args": ["-y", "@modelcontextprotocol/server-postgres", "--host", "localhost"]
}
}
}
Multi-Client-Setup: Mehrere MCP-Server parallel
Ein grosser Vorteil des MCP-Protokolls: Ein einzelner Client kann mehrere Server ansteuern. In der Praxis bedeutet das:
- Eine KI-Applikation kann gleichzeitig auf Slack, Jira, GitHub und eine interne Datenbank zugreifen.
- Jeder Server ist isoliert – ein Problem in Server A beeinflusst nicht Server B.
- Neue Server lassen sich hinzufügen, ohne bestehende Verbindungen zu ändern.
Client-SDKs: Für eigene Entwicklungen
Wer einen eigenen MCP-Client bauen möchte – etwa für eine firmeninterne KI-Anwendung – findet offizielle SDKs:
- Python SDK: Das offizielle Python-SDK von Anthropic für Server und Client
- TypeScript SDK: Für Node.js-basierte Anwendungen
- Java SDK: Für Enterprise-Java-Anwendungen
MCP-Client und Security
Der Client spielt eine zentrale Rolle in der Sicherheitsarchitektur von MCP. Er ist die Komponente, die:
- Authentifizierungstokens an Remote-Server weiterleicht,
- Zugriffsrechte prüft, bevor Tool-Aufrufe durchgeführt werden,
- Audit-Logs über stattgefundene Aufrufe führen kann.
Fazit
Der MCP-Client ist die unsichtbare Schaltzentrale jeder MCP-Integration. Er übersetzt die Entscheidungen des KI-Modells in strukturierte Aufrufe, fragt verfügbare Ressourcen ab und sorgt dafür, dass Ergebnisse zurück ins Kontextfenster fliessen.
Für die meisten Nutzer ist der Client bereits in ihrer KI-Anwendung enthalten – ob in Claude Desktop, Cursor oder einer eigenen Lösung. Die Konfiguration passiert auf Server-Seite.






